Was ist der Angels’ Share?

Der Angels’ Share, der Anteil der Engel, ist ein Begriff aus der Whiskybrennerei und bezeichnet den Anteil des Whiskys, der im Laufe seiner Lagerung aus dem Fass verdunstet. Wie hoch der Anteil ist, hängt dabei von mehreren Faktoren ab, vor allem der Umgebungstemperatur, der Luftfeuchtigkeit sowie der Art, dem Alter und der Grösse des verwendeten Fasses. Die Höhe der Luftfeuchtigkeit entscheidet auch darüber, ob eher mehr Wasser oder mehr Alkohol verdunstet.

  • Unter überwiegend feuchten klimatischen Bedingungen, wie zum Beispiel in Schottland, verdunstet in der Regel mehr Alkohol als Wasser im Fass, so dass der Alkoholanteil der Spirituose während der Lagerung absinkt.
  • Unter überwiegend trockenen klimatischen Bedingungen, wie zum Beispiel in Kentucky, verdunstet hingegen mehr Wasser als Alkohol in den Eichenholzfässern. So ist zu beobachten, dass der Alkoholgehalt von Bourbon-Whiskey während der Lagerung in der Regel sogar noch ansteigt. Der Whiskey verlässt das Fass stärker als er eingefüllt wurde.

Der Alkoholgehalt des Whiskys verringert sich so pro Jahr in Schottland um durchschnittlich 0,5-2%. In der Schweiz sind es 2-3%.
Bestimmungen des britischen Amtes für Zölle und Verbrauchssteuern fordern, den Verdunstungsanteil des Alkohols auf 2,5 % pro Jahr zu begrenzen.
Beim Rum ist der Anteil der Engel mit ca. 7% pro Jahr höher aufgrund des tropischen Klimas In der Karibik.
Der Grad der Verdunstung hängt dabei neben der Dichtigkeit des Fasses von der verwendeten Holzart, ihrer Verarbeitung sowie den Umständen der Lagerung ab: je höher die Warehouses der Brennerie liegen, desto höher ist aufgrund des niedrigeren Luftdrucks die Verdunstung. Je feuchter die umgebende Luft ist, z.B. in der Nähe des Meeres, desto geringer ist die Verdunstung.

Ein schottisches Sprichwort sagt denn auch, dass Schotten kein Problem damit hätten, in den Himmel zu kommen, sie haben ja ihr Eintrittsgeld bereits bezahlt!

The Angels’ Share – Ein Schluck für die Engel ist ein sehenswerter Spielfilm des britischen Regisseurs Ken Loach aus dem Jahr 2012.

Header-Foto: Bruichladdich

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