Torfhaufen

Peated Whisky: man liebt ihn oder hasst ihn.

Peated Whisky! Es ist wahrscheinlich der polarisierendste Geschmack in der Whisky-Welt. Es braucht Zeit, ihn schätzen zu lernen, aber diejenigen, die darauf schwören, können sich ihre Whisky Freuden ohne Torf nicht vorstellen. Also gib dem peated Whisky Zeit und lies weiter.

Aber das Wichtigste zuerst:

Was ist Torf?

Torf ist ein organisches Sediment, das in Mooren entsteht. Im getrockneten Zustand ist der Torf brennbar. Er bildet sich aus der Ansammlung nicht oder nur unvollständig zersetzter pflanzlicher Substanz und stellt die erste Stufe der Inkohlung dar.

Die Torfmasse variiert; einige Moore sind holziger, während andere Moore wässriger sind. Ein Torfmoor wächst jedes Jahr um 1 mm, so dass ein Meter dickes Moor 1000 Jahre alt ist.

Wenn Torf geerntet wird, wird er in kleine schlabbrige “Rasen”-Ziegel geschnitten, in Pyramiden gestapelt und zum Trocknen gelassen. Bevor man sich versieht, hat man 2-3 Wochen später einige zähe Torfziegel, die mehr Energie enthalten als Kohle. Torffeuer sind eine alte schottische Tradition; das Material ist so kompakt, dass es fast ewig heiss brennt.

Wie wird Torf bei der Herstellung von Whisky verwendet?

Viele Leute denken, dass es das Wasser ist, das durch Torfmoore fliesst, was dem Whisky seinen Torfgeschmack verleiht. Das ist Quatsch. Die Substanz befindet sich im Rauch.

Torffeuer
Torffeuer

Die feuchte gemälzte Gerste wird dem Rauch eines Torffeuers ausgesetzt, um die Keimung zu stoppen; ein wesentlicher Teil der Whisky-Produktion. Torfrauch produziert Chemikalien, die Phenole genannt werden, die von gemälzter Gerste aufgenommen werden. Die Zeitspanne, in der das Gerstenkorn dem Torfrauch ausgesetzt ist, bestimmt den Phenolgehalt und damit den Geschmack des Destillats. Feuchtes Malz wird in der Regel für ca. 30 Stunden getrocknet. Laphroaig trocknet sein Malz über Torffeuer für 12 bis 18 Stunden.

Wie wird Torf im Whisky gemessen?

Nach dem Trocknen wird das Malz gemahlen und der “Torfgehalt” mit PPM oder Phenol Parts Per Million gemessen. Etwas Phenol geht bei der Destillation verloren, so dass die endgültige PPM des Desillats etwa ein Drittel der ursprünglichen Zahl beträgt. Destillerien verwenden noch immer das PPM des Malzes. Zum Beispiel fährt Ardbeg bei etwa 54ppm ein, Bowmore 22ppm und Bunnahabhain bei nur 1 – 2ppm.

> siehe auch: Getorfter Whisky und Phenole

Wie schmeckt Torf?

Der Torf-Geschmack variiert je nach Region und kann zu Verkostungsnotizen führen, die alles von Seife, Schwefel, Medizin, reichhaltig, rauchig, pflanzlich, crèmig, salzig, nussig, Zitrusfrüchte und moosig bis hin zu Lagerfeuer, brennenden Reifen, Diesel oder sogar Speck reichen, je nachdem, wie lange das Malz dem Torf-Rauch ausgesetzt war und wie lange die Reifung gedauert hat.

Torf ist nicht für alle da, das ist selbstverständlich. Aber wenn Du einen peated dram probieren willst, suche nach diesen:

Peated Whisky Marken

Der Torfgeschmack in unterschiedlichem Masse gilt im schottischen Whisky als unerlässlich, insbesondere bei den auf Islay produzierten Sorten wie Laphroaig, Lagavulin und Ardbeg , Bowmore , Port Charlotte und Caol Ila.

In anderen Teilen Schottlands findet man auch peated Whiskies: Springbank, Glenglassaugh, BenRiachBenromach, Ardmore, Highland Park, Talisker, Ledaig und Longrow, um nur einige zu nennen, die in ihren Portfolios getorfte Abfüllungen haben.

Auf der Suche nach getorftem Whisky ausserhalb Schottlands ist der indische Amrut ein aufstrebender Klassiker, Japan ist auch beim Torf gross, vor allem in der Yoichi-Destillerie, der Schweizer Säntis Malt Dreifaltigkeit ist ein absoluter Hit, während in Neuseeland der Manuka Smoke Single Malt kürzlich eingeführt wurde.

Gefällt dir irischer Whiskey? Probier den sehr torfigen Connemara Peated Single Malt.

Welcher ist der torfigste Whisky der Welt?

BRUICHLADDICH Octomore 8.3 Masterclass Islay Barley

Es gibt keine offizielle Bewertung von peated Whisky, aber es besteht kein Zweifel, dass der meistgetorfte Whisky der Welt Bruichladdichs Octomore 8.3 Masterclass ist mit satten 309.1PPM!

Sei vorsichtig, dieser Whisky wurde aus einer Mutprobe geboren und der erste Schluck davon wird sich anfühlen, als würdest Du tatsächlich in einen Kohleklumpen beissen. Zweifellos werden zukünftige Versionen des Octomore darauf aufbauen, aber nur die Zeit wird zeigen, wann sie die Obergrenze erreichen.

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